Holunderzauber
Geschichte
Noch vor 50 bis 60 Jahren kam in vielen Bauernhöfen selbstgemachter Holundersirup
verdünnt mit Sprudel oder aber auch Holdersekt im Sommer als
Erfrischungsgetränk auf den Tisch. Die Bauersfrauen füllten den Holunderblütensaft
in Sprudelflaschen mit Schnappverschlüssen, in denen er ebenfalls gärte
und nach einiger Zeit wie Sekt perlte. Spätetestens nach vier Wochen musste
dieser Holdersekt getrunken werden, sonst explodierten die Flaschen.
Als ich mit 12 Jahren mit einer Sommergrippe im Bett lag, brachte mir eine Nachbarin zwei Sprudelflaschen mit Holdersekt zur Genesung vorbei. Das Perlgetränk schmeckte vorzüglich und bereits am nächsten Tag war ich wieder fit. Die Holunderblüte hat eine schweißtreibende Wirkung, die das Fieber bekämpft.
Mit 20 erinnerte ich mich an dieses Erfrischungsgetränk und erkundigte mich bei der Nachbarin nach dem Rezept. Seit dieser Zeit fülle ich jedes Jahr 20 bis 40 Flaschen Holundersekt als Haustrunk für unsere Familie ab.
Im Laufe der Zeit verfeinerte ich das Rezept und brachte es fertig, dass mein Holunderblütensekt auch nach sechs Monaten noch trinkbar war, ohne dass die Sektflasche explodierte. Seit zwei Jahren stelle ich den Holunderzauber in größerem Rahmen, aber immer noch mit reiner Handarbeit her.
Name
Im Volksmund wird das alkoholarme Erfrischungsgetränk aus Holunderblüten
einfach Holundersekt benannt. Da nach den gesetzlichen Bestimmungen
ein Sekt nur aus Trauben hergestellt werden darf und ein Schaumwein nur aus
Beeren, musste ein Phantasienamen her. Wer schon einmal an einem warmen Frühlings-oder
Sommertag meinen Holunderzauber genossen hat, weiß warum ich diesen Namen
gewählt habe: Aus dem wie Champagner perlenden Getränk steigt der
zauberhafte Duft der Holunderblüten in die Nase und auch im Gaumen kommt
das Aroma der Holunderblüten voll zur Geltung.
